Passend zur Passionszeit lenken wir den Blick auf ein besonderes Kunstwerk unserer Kirche in Beienrode: Die Darstellung von Jesus in Gethsemane, die heute über dem Haupteingang ihren Platz gefunden hat. Einst war dieses Bild Teil des alten Altars (vermutlich als Predella). Es zeigt den Moment tiefster Hingabe: Während die Jünger im Hintergrund schlafen, ringt Jesus im Gebet. Sein Blick richtet sich auf das göttliche Licht, das durch die Wolken bricht – ein Symbol für den Kelch des Leidens, aber auch für die Nähe Gottes in der dunkelsten Stunde.
Stilistisch lässt sich das Werk in die Zeit zwischen 1600 und 1650 einordnen (Spätrenaissance bis Frühbarock). Die feine Tafelmalerei auf Holz und die dramatische Lichtführung sind typisch für diese Epoche.
Die weite, atmosphärische Landschaft mit der Silhouette Jerusalems im Hintergrund lädt uns auch heute noch dazu ein, innezuhalten und das „Wachet und betet“ mit in unseren Alltag zu nehmen.
