Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle. Sprüche 25, 25

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05.08.2026 Kategorie: Nachrichten_alle, Nachrichten_Flechtorf, Nachrichten_Lehre

„Wer im Sommer einsammelt, handelt klug.“

Spr. Sal. 10,5

Sommerzeit ist Urlaubszeit – eine schöne Zeit! Wir alle, groß und klein können von diesem Jahresabschnitt profitieren. Wenn wir in den Urlaub fahren, versuchen wir das Alltagsleben mit seinen Sorgen hinter uns zu lassen. Mal gelingt uns das gut, mal weniger gut. Aber wir haben die Hoffnung, dass wir für einige Tage oder Wochen ein Leben führen dürfen, das sich deutlich vom Alltag unterscheidet – das uns vielleicht sogar dichter an unser eigentliches Leben heranführt, als der Alltag mit seinen Pflichten es vermag. Denn wir wissen, die Bestimmung unseres Lebens liegt oft abseits der Dinge, die uns tagein, tagaus beschäftigen.

„Wer im Sommer einsammelt, handelt klug“ lesen wir in der Spruchsammlung des Alten Testamentes. Klug handeln, das gilt schon, bevor der Urlaub anfängt. Was nehme ich mit? Habe ich alles Wichtige eingepackt?

Was habe ich sonst noch mitgenommen? Womöglich Arbeit, die vorher nicht mehr erledigt werden konnte. Oder Sorgen und Kummer, die mich zu Haus belastet haben. Viele sagen, die sollte man lieber zu Haus lassen.

Als wenn das so einfach ginge. Menschen nehmen sich vor: bloß keinen Fernseher, kein Radio, keine Zeitung im Urlaub. Endlich mal nichts von den schrecklichen Dingen der Welt hören und sehen. Aber nicht alle machen das so. Manche lassen sich die Zeitung nachsenden, weil sie wissen, dass die Welt sich weiterdrecht, auch wenn sie im Urlaub sind.

Aber ein bisschen langsamer scheint sie sich zu drehen. So nutzen wir die Zeit, um ganz neue Eindrücke von unserer Umgebung und womöglich ganz neue Erfahrungen mit uns selbst zu sammeln: Wir sind hoch oben in den Bergen und scheinen über den Dingen zu stehen. Die mitgenommenen Sorgen erscheinen uns kleiner. Oder wir erleben das Meer, als ob es manche Last wegspült und mit sich trägt in die unendliche Weite. Diese Erfahrungen und Eindrücke sammle ich ein und versuche sie festzuhalten.

Viele bringen aus dem Urlaub etwas mit, sammeln Muscheln, Steine, Pflanzen – und natürlich Fotos. Wir sammeln Eindrücke von unserer Umgebung, Gespräche mit anderen Menschen und womöglich auch neue Erfahrungen mit uns selbst. Wir sammeln Ruhe, Muße, neue Perspektiven. – „Wer im Sommer einsammelt, handelt klug.“

Wer kennt nicht die Bilderbuchgeschichte vom Mäuserich Frederik, der im Sommer in die Gegend schaut und „Farben“ sammelt. Im tristen November erzählt er im dunklen Bau den anderen Mäusen von seinen Eindrücken und teilt diese Farben aus. Und tatsächlich scrollen doch auch wir in den dunklen Monaten durch die Urlaubsbilder des Sommers oder schauen uns die gesammelten Muscheln an. Und dann sind sie wieder da: der Sommer, das Meer, die Berge und viele Erinnerungen.

Schon im 1. Buch Mose steht: „Gott ruhte von seinen Werken.“ Und Gott hat diese Ruhe auch seiner Schöpfung verordnet. Denn wir sind Wesen, die sich in ihrer Arbeit erschöpfen und sich regenerieren müssen

Unser Leben darf sich in der Pause erneuern. Von den Werken ausruhen, das muss man sich nicht erlauben lassen. Das ist uns seit Gottes Schöpfungswerk geschenkt. So gehen wir mit Gottes Segen in die Ferien und werden auf seinen Spuren aufmerksam gemacht, wenn wir uns an den Stränden, auf den Bergen oder auch zuhause im Garten oder auf dem Balkon erholen.

Natürlich wissen wir, dass es nach den Ferien wieder weitergeht mit der Arbeit, der Schule, dem Alltag – aber, so Gott will, mit neuen Perspektiven und neuen Kräften, die wir in vielen Erlebnissen erneuern konnten. Denn: „Wer im Sommer einsammelt, handelt klug.“

Einen gesegneten Sommer!

Beitrag von Pastor Lothar Voges