Der Auftakt des Pfingstfestes gestaltete sich in diesem Jahr in der Flechtorfer Kirche in besonderem Maße musikalisch:
Zu einem außergewöhnlichen Konzert am Pfingstsamstag konnten Josef Ziga, Violine, und Viktor Gazda, Klavier, begrüßt werden. Beide sind Musiker des Staatsorchesters Braunschweig, Josef Ziga als 1. Violine und stellvertretender Konzertmeister und Viktor Gazda, im Staatsorchester ebenfalls an der Violine, bei uns allerdings als Klavierbegleitung für Josef Ziga. Die beiden sind eng befreundet, das wird im Zusammenspiel von Anfang an erkennbar.
Im ersten Teil des Konzertes standen ausgesprochen melodiöse Stücke im Vordergrund: die beiden Musiker hatten Werke u.a. von Gabriel Fauré, Wolfgang Amadeus Mozart und Edward Elgar ausgewählt. Schon hier zeigte sich, wie gut aufeinander abgestimmt Ziga und Gazda zu Werke gehen. In dem „Salut d`Amour“ von Elgar bewiesen beide, dass sie das Musizieren mit Pathos und großer Leidenschaft exzellent beherrschen. Das gilt insbesondere auch für die „Meditation“ des französischen Komponisten Jules Massenet, einem ausgesprochen melodiösen Stück, bei dem die Violine in den allerhöchsten Lagen ganz zart und weich ertönt.
Josef Ziga war hier absolut in seinem Element und beeindruckendes gab ein Zeugnis höchst seiner besonderen Spielkunst. Dies gilt auch für die Darbietung des 2. Satzes aus dem Violinkonzert von Peter Tschaikowski, einer Canzonetta, in der der Solist höchsten Ansprüchen genügen muss, um in den obersten Tonlagen zarte und reine Töne erklingen zu lassen. Josef Ziga gelang das in beeindruckender Weise!
Nach der Pause waren die beiden Musiker besonders gefordert: Sie hatten mit Werken u.a. von Johannes Brahms – dessen wohl bekanntestem ungarischen Tanz – und Pablo de Sarasate – den Zigeunerweisen – Werke ausgewählt, Anforderungen an die höchste Spielkunst und Virtuosität stellen. Dem wurden Ziga und Gazda in allen Phasen ihrer Darbietung gerecht und waren künstlerisch und musikalisch in ihrem Element!
Zum Abschluss: Paganini! Da werden die Anforderungen auf die Spitze getrieben, es ist eine unglaubliche Fingerfertigkeit und Bogentechnik notwendig, um diese Musik zum Klingen zu bringen. Und all dem ist Josef Ziga nicht nur – scheinbar mühelos – gewachsen, sondern geradezu in seinem Element!
Fazit dieses ganz besonderen Nachmittags: großartige Künstler, höchst beeindruckende Musik! Langanhaltender Applaus des Publikums, niemanden hielt es noch auf seinen Stühlen! Ergebnis: zwei Zugaben!
Die – wichtige – Frage: „Wem ist dieses außergewöhnliche Konzert in Flechtorf eigentlich zu verdanken?“ ist schnell beantwortet: der Stiftung „Lebendiges Lehre“ ! Die beiden Stifter Anne-Katrin und Herbert Haun hatten schon vor längerer Zeit die Kontakte zu den Musikern aus Braunschweig geknüpft und konnten sie davon überzeugen, dass Auftritte in den Lehrschen Kirchen etwas ganz Besonderes sein können, auch für die Musiker selbst. So geriet Josef Ziga zum Abschluss geradezu ins Schwärmen von den Schönheiten der hiesigen Heilig-Kreuz-Kirche!
Also: großer Dank an Anne-Katrin und Herbert Haun! Und die gute Nachricht zum Abschluss: Dieses Konzert war erst der Auftakt! Der „Musikalische Sommer in Flechtorf“ wird fortgesetzt: am Sonntag, dem 6. September, um 17 Uhr.
Dann spielt Josef Ziga weitere virtuose Werke von Nicoló Paganini auf einer historischen italienischen Geige. Dazu wird der bekannte Braunschweiger Schauspieler Götz van Ooyen Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des legendären italienischen „Teufelsgeigers“ erzählen. Das große Finale steht dann an mit „Josef & Friends“ mit einem Weihnachtskonzert am 2. Advent, dem 6. Dezember, um 17 Uhr. Beide Termine muss man sich jetzt schon vormerken!
